Freitag, 3. März 2017

Frühblüher, Babys und andere unerwartete Dinge


Manchmal fange ich an zu schreiben, und plötzlich erzählt sich mir eine Geschichte.
Ich habe mich an die Tastatur gesetzt und wusste, in welche Richtung das Kapitel gehen sollte, das ich tippen wollte. Und auf einmal fängt ein Gedanke an zu wachsen, ich schreibe, und staune am Ende selbst, was sich da entwickelt hat.
Draußen ist Frühling. Streng genommen noch immer Winter, aber es ist März, und die Sonne scheint.
Ich war heute Morgen auf dem Weg ins Büro, als mein Blick auf die grünen Sprosse von Krokus, Narzissen und Tulpe fiel, die in unserem Quasi-Beet neben der Eingangstür wachsen. Ich liebe Frühblüher, und habe mich schon darauf gefreut, dass sich da in den nächsten Tagen sicher ein paar Blüten öffnen.
Heute Mittag ging ich wieder an dieser Stelle vorbei, und was sehe ich? Lila Krokusse, die in der Sonne leuchten. Unglaublich, ich hätte nie gedacht, dass es heute schon soweit ist!
Meine Dahlien- und Lilienzwiebeln dagegen, die ich im letzten Frühjahr in die Erde gegraben habe, haben leider keine Anstalten gemacht, jemals zu wachsen. Ich habe den ganzen Sommer darauf gewartet, aber sie haben es nicht bis zur Blüte geschafft.
Damit komme ich schon wieder ins Sinnieren über das Leben im Allgemeinen, denn es ist doch so: Manche Dinge sehne ich mir so herbei, strenge mich an, um sie zu erreichen - aber sie wachsen einfach nicht. Anderes dagegen passiert, einfach so, vollkommen überraschend. Manchmal viel besser, als ich es mir hätte ausdenken oder erarbeiten können.
Heute ist Freitag, und am Freitagnachmittag steht in unserer Gemeinde die Kinderstunde auf dem Programm. Ungefähr fünfzehn Kinder zwischen drei und sechs Jahren kommen, um herum zu toben, zu basteln und eine Geschichte aus der Bibel erzählt zu bekommen. Heute dreht sich alles darum, dass Sara schwanger wird. Ja, es steht schon seit Wochen in meinem Programm: "3.3., Sara wird schwanger" (Sara B., ich würde dich in diesem Beitrag markieren, wenn es Facebook wäre ;)).
Es geht natürlich um Abraham und Sara (Die Geschichte ist in der Bibel zu finden, im 1. Mose 18,1-14). Gott hatte Abraham (der damals noch Abram hieß) versprochen, dass er der Vater eines großen Volkes werden würde, das im Gebiet von Kanaan leben wird. Abraham hatte echt großen Respekt vor Gott und hat ihm eine Menge zugetraut - aber das war schon eine harte Nuss. Er war nicht mehr der Jüngste, und seine Frau auch nicht. Sara hatte die Hoffnung, jemals Kinder zu bekommen, schon längst aufgegeben. Also überlegten sich die beiden eine Möglichkeit, wie sie Gott helfen könnten, sein Versprechen einzulösen. Ihre Idee: Abraham schläft mit der Magd seiner Frau, und das Kind zählt dann quasi als das ihre. Puh... der Plan geht erstmal auf, aber - welche Überraschung - es ergeben sich auch eine Menge Probleme daraus, die selbst in unserer heutigen Zeit noch Auswirkungen haben. Und Gott? Macht sein Versprechen trotzdem wahr. Sara bekommt ein Kind, obwohl sie eigentlich wirklich viel zu alt dafür ist. Und aus dieser Linie geht im Laufe der Geschichte tatsächlich ein großes Volk hervor.
Für mich sind diese Geschichten in der Bibel keine seltsamen Märchen. Ich habe selber schon des Öfteren erlebt, dass Gott Mittel und Wege hat, die ich mir nicht hätte träumen lassen (und dabei geht es nicht zwangsläufig um Babys ;)).
Wenn er ein Versprechen gibt, dann hält er es auch. Er braucht dazu nicht meine übereifrige Mithilfe... im Gegenteil. Er erwartet, dass ich ihm vertraue. Er zeigt mir, wenn ich etwas aktiv tun soll - aber oft darf ich auch einfach meine normale Arbeit tun und abwarten, was er daraus macht.
Jemand hat mal die Geschichte von einem Menschen erzählt, der Getreide gepflanzt hat, und dann an den grünen Spitzen zog, damit sie schneller wachsen. Jeder weiß, dass das Quatsch ist. Aber trotzdem machen wir es mit verschiedenen Dingen in unserem Leben so, weil wir denken, dass es schneller gehen müsste.
Vielleicht inspiriert dich der Frühling ja auch, mal mit Gott über die Dinge zu reden, die du in diesem Jahr gern wachsen sehen würdest?

Donnerstag, 2. März 2017

Unsterblich

Ich mache mir mal wieder Gedanken um die eigene Sterblichkeit.
Nicht panisch, sondern eigentlich einfach nur realistisch. Ich darf das, ich bin 36 - ein ziemlich beliebtes Sterbealter 2015/2016 bei berühmten Persönlichkeiten, und auch meine Freundin ist mit 36 Jahren gestorben.
Als ich Teenie war, habe ich mich oft gefragt, wie es wohl wäre, zu sterben. Damals dachte ich, dass es nicht schlimm wäre, wenn ich selbst gehe. Viel schlimmer hätte ich es gefunden, einen engen Angehörigen zu verlieren. Ich glaube, dass ich schon mein Leben lang fest davon ausgehe, dass der eigene Tod nicht schlimm ist, sondern der Beginn eines neuen Lebens. Wenn ich mich irren sollte, und der Tod einfach das Ausknipsen des Lebens ist, dann werde ich mich über diesen Glauben auch nicht mehr ärgern müssen :).
Jetzt spielt aber eine andere Komponente in die Überlegungen hinein - nämlich, die Komponente der Verantwortung.
Ich bin mittlerweile eine Frau, die ziemlich fest mit einigen ganz besonderen Menschen verknüpft ist: mit einem Ehemann und sechs Kindern. Die würde ich ja quasi "im Stich lassen", wenn ich sterbe, und DAS ist der Gedanke, der mir am meisten zu Knabbern aufgibt. Meine jüngste Tochter ist noch nicht einmal alt genug, um sich an mich zu erinnern, wenn ich jetzt "abberufen" würde. Eine echt traurige Vorstellung für mich. Würde sie wissen, wie schrecklich lieb ich sie habe? Ich hoffe, dass die größeren Kinder (und mein Mann ;)) das schon verinnerlicht haben. Sie sind groß genug, um ihre Mama im Ernstfall nicht ganz zu vergessen. Das ist nicht wichtig für mich, aber bestimmt für sie. Wie würden sie klar kommen? Naja, ich traue es ihnen schon allen zu, dass sie zurecht kommen und vielleicht auch einen Ersatz für mich finden würden :).
Vor allem traue ich es Gott zu, dass er für sie sorgt, so wie er es auch jetzt schon die ganze Zeit tut. Sorgen muss ich mir also eigentlich nicht machen, aber ersparen würde ich es ihnen schon gern. Soweit es an mir liegt.
Der Punkt ist aber, dass mir einfach sehr bewusst ist, wie endlich das Leben auf der Erde ist.
Mein Körper lässt mich auf die ein oder andere Weise spüren, dass er nicht mehr taufrisch ist.
Und Unfälle, von denen man hört, plötzliche Todesfälle wie der meiner Freundin: all das macht mir eindrucksvoll klar, dass wir nicht unvergänglich sind.
Wenn ich mein Leben bisher so anschaue, dann finde ich, dass es eigentlich prallvoll war und ist.
Ich hab alles, was ich mir für ein erfülltes Leben wünschen würde. Ich bin glücklich.
Es gibt nichts, was ich unbedingt noch tun müsste.
Klar, zum Glück habe ich noch viele Ideen und Projekte, die ich gern verwirklichen würde.
Ich schreibe an einem Buch, das ich wirklich gern veröffentlicht haben möchte - wenn die Welt es braucht ;).
Ich habe Freunde, die ich begleiten möchte, möchte meine Kinder aufwachsen sehen, und, ehrlich gesagt, möchte ich auch noch die Welt verändern :D.
Keine Sorge also, dass ich über das Sterben sinniere, weil mir danach zumute wäre.
Es gehört nur eben zum Leben dazu, deshalb finde ich, sollte man ruhig mal darüber nachdenken.
Letztendlich freue ich mich darauf, irgendwann Jesus Christus persönlich zu sehen und überwältigt davon zu sein, wie umfassend das Universum und unsere Existenz in Wirklichkeit sind.
Aber bis es soweit ist, will ich mein Leben nutzen.
In der Dokumentation "Transformations" wird ein Pastor zitiert, der im Zuge seiner leidenschaftlichen Arbeit für Gott getötet wurde. Seine Frau erzählt, dass er immer sagte: "Ich bin so lange unsterblich, bis mein Auftrag hier erfüllt ist."
Ich liebe diese Aussage und möchte in genau diesem Bewusstsein leben.

Mittwoch, 1. März 2017

Alle Jahre wieder...

Okay, keine Sorge. ich habe Weihnachten nicht verpasst, obwohl ich ja zugeben muss, dass ich leider den Adventskalender nur bis zum 11. Türchen durchgezogen habe. Asche auf mein Haupt.
Aber jetzt schreiben wir schon seit Wochen das Jahr 2017, und die Osternaschereien liegen langsam gerechtfertigt in den Süßwarenregalen der Supermärkte.
Alle Jahre wieder.. Genau! Beginnt die Fastenzeit!
Heute, am Aschermittwoch, geht es los.
Sieben Wochen ohne.
Ohne was eigentlich? Ich habe in meinem langen Leben schon verschiedene Fastensachen ausprobiert. Los ging es mit Süßigkeiten, als ich Teenie war. Das fand ich nicht sonderlich schwer und habe es ziemlich oft gemacht. Höhepunkt dieser Art zu "fasten" - eigentlich ja nur, auf eine Kleinigkeit zu verzichten - war dann immer die Osternachtswanderung, die wir als Jugendliche unternommen haben. Punkt Mitternacht wurden dann die Bonbons und Schokoriegel aus dem Rucksack gekramt: Ostern! Jesus ist auferstanden, und die Freude kehrt ins Leben zurück! Eine süße Erfahrung.
Später habe ich mal auf Koffein, mal auf Fleisch verzichtet. Und in einem Jahr habe ich versucht, "Meckern" zu fasten. Sprich: ich habe mir Mühe gegeben, meine armen Kinder nicht anzumotzen. Eigentlich traurig, dass das etwas ist, worauf ich bewusst verzichten musste. Wäre ja schöner, wenn ich es sowieso nie tun würde.
In diesem Jahr - dem fortschrittlichen, technikdurchfluteten, immererreichbar 2017 - werde ich wieder etwas nicht Essbares fasten: Die ständige Erreichbarkeit.
Gar nicht so eine leichte Entscheidung für mich, weil ich schon von Berufs wegen viel mit WhatsApp und anderen Medien arbeite, die sich gut für Terminabsprachen, schnelle Mitteilungen und auch als "Kummerkasten" eignen. Ich merke aber, dass mich diese Kurznachrichten, die möglichst schnell mit dem passenden Icon oder einem netten Text beantwortet werden wollen, ziemlich stressen. Ich möchte, dass die Menschen spüren: Sie zählen für mich. Mich interessiert, was sie bewegt.
Aber manchmal schaffe ich es nicht, alle Anfragen zeitnah zu beantworten. Manchmal lese ich den Text, bete für das Anliegen, überlege mir, wann ich mir die Zeit nehmen will, in Ruhe zu antworten - und schaffe es dann doch nicht schnell genug, sichtbar zu reagieren. Das stresst den Anderen und mich.
Also versuche ich es mal sieben Wochen ohne.
Wundert euch also nicht, wenn die beiden Haken nicht blau werden. Ich hoffe, dass ich nicht nachschaue, wer versucht hat mich zu kontaktieren :).
Ruft mich einfach an. Oder lasst es klingeln, ich bin ein Zurückrufer :).
Mal schauen, was die sieben Wochen so bringen. Theoretisch müsste ich jetzt Zeit haben, Postkarten und Briefe zu schreiben, wie in alten Zeiten.
Oder anzurufen, und Dinge direkt, persönlich zu klären - wow!
Es klingt banal, aber ich glaube, es wird spannend. Back to the Vergangenheit - ich bin bereit.
PS: Bitte schenkt mir auch keine Schokolade, die vor dem 16.4. 17 abläuft. Süßkram steht auch auf meiner Liste.
Viel Spaß euch, was auch immer ihr fastet: Macht gute Erfahrungen und vergesst nicht den wahren Grund für "Sieben Wochen ohne" :)!
PS: Eben habe ich entdeckt, dass die Evangelische Kirche genau das zum Fastenmotto 2017 gemacht hat. Ich bin wohl nicht die Einzige, die auf solche Gedanken kommt :D.