Mittwoch, 1. März 2017

Alle Jahre wieder...

Okay, keine Sorge. ich habe Weihnachten nicht verpasst, obwohl ich ja zugeben muss, dass ich leider den Adventskalender nur bis zum 11. Türchen durchgezogen habe. Asche auf mein Haupt.
Aber jetzt schreiben wir schon seit Wochen das Jahr 2017, und die Osternaschereien liegen langsam gerechtfertigt in den Süßwarenregalen der Supermärkte.
Alle Jahre wieder.. Genau! Beginnt die Fastenzeit!
Heute, am Aschermittwoch, geht es los.
Sieben Wochen ohne.
Ohne was eigentlich? Ich habe in meinem langen Leben schon verschiedene Fastensachen ausprobiert. Los ging es mit Süßigkeiten, als ich Teenie war. Das fand ich nicht sonderlich schwer und habe es ziemlich oft gemacht. Höhepunkt dieser Art zu "fasten" - eigentlich ja nur, auf eine Kleinigkeit zu verzichten - war dann immer die Osternachtswanderung, die wir als Jugendliche unternommen haben. Punkt Mitternacht wurden dann die Bonbons und Schokoriegel aus dem Rucksack gekramt: Ostern! Jesus ist auferstanden, und die Freude kehrt ins Leben zurück! Eine süße Erfahrung.
Später habe ich mal auf Koffein, mal auf Fleisch verzichtet. Und in einem Jahr habe ich versucht, "Meckern" zu fasten. Sprich: ich habe mir Mühe gegeben, meine armen Kinder nicht anzumotzen. Eigentlich traurig, dass das etwas ist, worauf ich bewusst verzichten musste. Wäre ja schöner, wenn ich es sowieso nie tun würde.
In diesem Jahr - dem fortschrittlichen, technikdurchfluteten, immererreichbar 2017 - werde ich wieder etwas nicht Essbares fasten: Die ständige Erreichbarkeit.
Gar nicht so eine leichte Entscheidung für mich, weil ich schon von Berufs wegen viel mit WhatsApp und anderen Medien arbeite, die sich gut für Terminabsprachen, schnelle Mitteilungen und auch als "Kummerkasten" eignen. Ich merke aber, dass mich diese Kurznachrichten, die möglichst schnell mit dem passenden Icon oder einem netten Text beantwortet werden wollen, ziemlich stressen. Ich möchte, dass die Menschen spüren: Sie zählen für mich. Mich interessiert, was sie bewegt.
Aber manchmal schaffe ich es nicht, alle Anfragen zeitnah zu beantworten. Manchmal lese ich den Text, bete für das Anliegen, überlege mir, wann ich mir die Zeit nehmen will, in Ruhe zu antworten - und schaffe es dann doch nicht schnell genug, sichtbar zu reagieren. Das stresst den Anderen und mich.
Also versuche ich es mal sieben Wochen ohne.
Wundert euch also nicht, wenn die beiden Haken nicht blau werden. Ich hoffe, dass ich nicht nachschaue, wer versucht hat mich zu kontaktieren :).
Ruft mich einfach an. Oder lasst es klingeln, ich bin ein Zurückrufer :).
Mal schauen, was die sieben Wochen so bringen. Theoretisch müsste ich jetzt Zeit haben, Postkarten und Briefe zu schreiben, wie in alten Zeiten.
Oder anzurufen, und Dinge direkt, persönlich zu klären - wow!
Es klingt banal, aber ich glaube, es wird spannend. Back to the Vergangenheit - ich bin bereit.
PS: Bitte schenkt mir auch keine Schokolade, die vor dem 16.4. 17 abläuft. Süßkram steht auch auf meiner Liste.
Viel Spaß euch, was auch immer ihr fastet: Macht gute Erfahrungen und vergesst nicht den wahren Grund für "Sieben Wochen ohne" :)!
PS: Eben habe ich entdeckt, dass die Evangelische Kirche genau das zum Fastenmotto 2017 gemacht hat. Ich bin wohl nicht die Einzige, die auf solche Gedanken kommt :D.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen