Donnerstag, 2. März 2017

Unsterblich

Ich mache mir mal wieder Gedanken um die eigene Sterblichkeit.
Nicht panisch, sondern eigentlich einfach nur realistisch. Ich darf das, ich bin 36 - ein ziemlich beliebtes Sterbealter 2015/2016 bei berühmten Persönlichkeiten, und auch meine Freundin ist mit 36 Jahren gestorben.
Als ich Teenie war, habe ich mich oft gefragt, wie es wohl wäre, zu sterben. Damals dachte ich, dass es nicht schlimm wäre, wenn ich selbst gehe. Viel schlimmer hätte ich es gefunden, einen engen Angehörigen zu verlieren. Ich glaube, dass ich schon mein Leben lang fest davon ausgehe, dass der eigene Tod nicht schlimm ist, sondern der Beginn eines neuen Lebens. Wenn ich mich irren sollte, und der Tod einfach das Ausknipsen des Lebens ist, dann werde ich mich über diesen Glauben auch nicht mehr ärgern müssen :).
Jetzt spielt aber eine andere Komponente in die Überlegungen hinein - nämlich, die Komponente der Verantwortung.
Ich bin mittlerweile eine Frau, die ziemlich fest mit einigen ganz besonderen Menschen verknüpft ist: mit einem Ehemann und sechs Kindern. Die würde ich ja quasi "im Stich lassen", wenn ich sterbe, und DAS ist der Gedanke, der mir am meisten zu Knabbern aufgibt. Meine jüngste Tochter ist noch nicht einmal alt genug, um sich an mich zu erinnern, wenn ich jetzt "abberufen" würde. Eine echt traurige Vorstellung für mich. Würde sie wissen, wie schrecklich lieb ich sie habe? Ich hoffe, dass die größeren Kinder (und mein Mann ;)) das schon verinnerlicht haben. Sie sind groß genug, um ihre Mama im Ernstfall nicht ganz zu vergessen. Das ist nicht wichtig für mich, aber bestimmt für sie. Wie würden sie klar kommen? Naja, ich traue es ihnen schon allen zu, dass sie zurecht kommen und vielleicht auch einen Ersatz für mich finden würden :).
Vor allem traue ich es Gott zu, dass er für sie sorgt, so wie er es auch jetzt schon die ganze Zeit tut. Sorgen muss ich mir also eigentlich nicht machen, aber ersparen würde ich es ihnen schon gern. Soweit es an mir liegt.
Der Punkt ist aber, dass mir einfach sehr bewusst ist, wie endlich das Leben auf der Erde ist.
Mein Körper lässt mich auf die ein oder andere Weise spüren, dass er nicht mehr taufrisch ist.
Und Unfälle, von denen man hört, plötzliche Todesfälle wie der meiner Freundin: all das macht mir eindrucksvoll klar, dass wir nicht unvergänglich sind.
Wenn ich mein Leben bisher so anschaue, dann finde ich, dass es eigentlich prallvoll war und ist.
Ich hab alles, was ich mir für ein erfülltes Leben wünschen würde. Ich bin glücklich.
Es gibt nichts, was ich unbedingt noch tun müsste.
Klar, zum Glück habe ich noch viele Ideen und Projekte, die ich gern verwirklichen würde.
Ich schreibe an einem Buch, das ich wirklich gern veröffentlicht haben möchte - wenn die Welt es braucht ;).
Ich habe Freunde, die ich begleiten möchte, möchte meine Kinder aufwachsen sehen, und, ehrlich gesagt, möchte ich auch noch die Welt verändern :D.
Keine Sorge also, dass ich über das Sterben sinniere, weil mir danach zumute wäre.
Es gehört nur eben zum Leben dazu, deshalb finde ich, sollte man ruhig mal darüber nachdenken.
Letztendlich freue ich mich darauf, irgendwann Jesus Christus persönlich zu sehen und überwältigt davon zu sein, wie umfassend das Universum und unsere Existenz in Wirklichkeit sind.
Aber bis es soweit ist, will ich mein Leben nutzen.
In der Dokumentation "Transformations" wird ein Pastor zitiert, der im Zuge seiner leidenschaftlichen Arbeit für Gott getötet wurde. Seine Frau erzählt, dass er immer sagte: "Ich bin so lange unsterblich, bis mein Auftrag hier erfüllt ist."
Ich liebe diese Aussage und möchte in genau diesem Bewusstsein leben.

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