Donnerstag, 8. März 2018

Die anderen machen die Welt kaputt

Woche 3
Was ist eigentlich schlimmer für die Umwelt: Plastik oder Alu?
Beim Plastik freien Einkauf verzichte ich automatisch auch oft auf Alu, weil die beiden Stoffe oft gekoppelt auftreten (z.B. bei Joghurtbechern). 
Das Produkt, das mich zu dieser Frage brachte, heißt "Schokoliebe". Eine Tafel Schokolade die, hübsch in Pappe verpackt, bei Netto zu erwerben ist. Ich nahm sie freudig mit, weil ihre Kollegen von Milka und Co. in Plastik vor sich hin ruhten.
Leider stellte ich zuhause fest, dass sie innen drin nicht in "Silberpapierchen" gewickelt war, sondern in eine schnöde, durchsichtige Plastikverpackung. 
Was ist denn nun eigentlich besser? Und warum kann Schokolade nicht einfach NUR in Papier verpackt werden (wie zum Beispiel Schokostreusel zum Backen)?
Mein Mann meinte spontan, dass Alufolie eigentlich besser wiederverwertet werden kann als Plastik.
Das ist schon mal ein guter Punkt.
Allerdings ist die Gewinnung und Herstellung von Aluminium mindestens genauso umweltschädlich wie die von Plastik. Dass für den Rohstoff Bauxit - den Hauptbestandteil des Aluminiums - der Regenwald im Tropengürtel abgeholzt und Wasser extrem viel verbraucht wird, ist schon erschreckend. 
Ich fürchte, um wirklich, wirklich umweltschützend zu leben darf ich nur noch Sachen essen, die in meinem Garten wachsen. Denn, ja: selbst Papierverpackungen sind nicht "umweltfreundlich", das weiß ja jeder.
Gedanken zum Thema Kakao und Kaffee würden diesen Blogeintrag gleich noch mal sprengen (da achte ich zwar auf UTZ oder Fairtrade-Siegel, aber auch das ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein).
Um nicht gleich los zu heulen wende ich mich mal wieder der reinen Plastikfrage zu.
Das Thema "Klopapier" kam nach dem letzten Blogeintrage rege in Diskussion. Ich wurde auf Seiten verwiesen, die mir zeigen, wo ich im Internet unverpacktes Klopapier bestellen kann. Sehr kompliziert!
Folglich habe ich (auf diese Idee brachte mich übrigens mein Mann, der sowieso immer die guten Ideen hat) an die Klopapierfirma meines Vertrauens geschrieben.
Wir nutzen seit Jahren das Recyclingpapier der Firma "Danke" (und hiermit entschuldige ich mich bei allen Lesern, für die das zu viel persönliche Information ist ;)). Ich bin gespannt, ob ich eine Antwort auf die Frage bekomme, warum das schön recyclete Toilettenpapier dem geneigten Käufer nicht auch in einer Recyclingpapier-Umverpackung weitergegeben werden kann. Und ja: Das bringt uns wahrscheinlich wieder zum Punkt Papiertüte versus Plastikbeutel. Aber Holz kann doch zumindest nachwachsen... und Papier verwittert auf der Müllhalde schneller bzw. verbrennt ohne allzu giftige Abgase, oder kann - tada! zu Toilettenpapier weiterverarbeitet werden... oder?

Zum Schluss noch ein Beitrag aus der Social Media Welt, der mich diese Woche beschäftigt hat. Als Kommentar zu meinem letzten im Netzwerk mit dem dunkelblauen Logo geposteten Blogeintrag schickte eine Freundin mir den Link zum "ersten Supermarkt in den Niederlande, der über einen ganze Plastik freien Produktegang (!) verfügt (auch das bringt mich fast zum Weinen, weil es eine Meldung wert ist).  
Unter diesem Link entspann sich natürlich eine fröhlich-verurteilen-beleidigende Diskussion unter den Nutzern des Netzwerkes über den Sinn oder Unsinn Plastik freier Angebote. Ein Kommentar fiel mir dabei besonders ins Auge. Er lautete in etwa so: "Was macht schon das bisschen Plastik, das ich kaufe, wenn andere Menschen die Welt zerstören?" Genau diese Einstellung ist der Punkt, von dem ich mir wünsche, dass sich etwas ändert.
Es sind nicht "die anderen", die die Welt zerstören.
Das sind wir selbst.
Natürlich findet sich immer jemand, der noch schlimmer ist als ich. Klar habe ich kein Chemiewerk, werfe keine Bomben ab und bin auch noch nie nach Brasilien geflogen, um einen Baum abzuhacken. Aber ich kaufe Plastiktüten, ich fahre Auto, ich benutze einen Computer... und trage damit immens zur Umweltverschmutzung bei.
Also, wer soll denn anfangen, wenn nicht du und ich?
Ich glaube, dass es ganz schön viel ändern würde, wenn jeder zumindest etwas ganz bewusst tut.
Wer weiß - vielleicht würde ja nicht nur Rewe die Plastiktüte abschaffen, sondern die ganze Lebensmittelindustrie ihr Verpackungsverhalten neu durchdenken, wenn jeder hier in unserem schön sauberen Land bevorzugt Plastik frei einkauft und Emails an Firmen schickt?

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